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Räumt die Mine.

Die Römer, so heißt es, hätten Salz auf die Felder Karthagos gestreut, um den Besiegten auch noch die Zukunft zu rauben. In den modernen Kriegen erledigt man diese menschenverachtende Aufgabe mit Minen oder minenähnlichen Waffen. Sie verseuchen ganze Landstriche und machen die auf lange Zeit unbewohnbar. Zum Beispiel in Afghanistan. Die 260 Familien des Dorfes Khom Klan, in der afghanischen Provinz Parwan, kennen das aus eigener Erfahrung. Im Laufe des fast 30-jährigen Krieges wurde ihr Dorf vermint. Fast 2.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen und überlebten in pakistanischen Flüchtlingslagern. In der Hoffnung auf Frieden sind sie zurückgekehrt. Doch ihre Häuser und Felder sind noch immer no-go areas. Nur einen Steinwurf von ihrer einstigen Bleibe entfernt leben sie unter notdürftig aufgespannten Zeltplanen in der kalten unwirtlichen Gegend des Hindukusch. Ihr Bewegungsspielraum besteht aus einem mit weißen Steinen markierten Wegenetz, das die Zelte mit den Wasserstellen verbindet. Wer es verlässt, läuft Gefahr verletzt oder getötet zu werden: Minen und Blindgänger lauern überall. Minen sind Soldaten, die niemals schlafen. Das erklären afghanische Minenräumer den Kindern, um ihnen die Bedrohung deutlich zu machen. Auch nach 30 Jahren sind sie gefährlich wie am ersten Tag. Fünf Monate brauchen vier Teams, um ein Dorf wie Khom Klan und die Felder im Umkreis zu räumen. 30 Jahre wird es dauern, bis die für Menschen und Wirtschaft wichtigsten Regionen Afghanistans von Minen und Blindgängern befreit sind. Der Krieg ist vielleicht vorüber. Seine Folgen werden Land und Menschen noch Jahrzehnte in Atem halten. Die Geschichte des Dorfes Khom Klan lässt sich von abertausend anderen Orten erzählen. 7-10 Millionen Minen liegen in Afghanistan, 10 Millionen in Angola, Millionen in Kambodscha, in Bosnien, im Irak. Tagesthemenmoderatorin Anne Will hat bereits ein Segment geräumt und so für mehr Sicherheit für die Menschen in den von Minen zerstörten Regionen gesorgt. In einer gemeinsamen Aktion haben Fans und Verein des Fußballbundesligisten SC Freiburg Minen ins Abseits gestellt. Die Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Paffrath bei Bergisch Gladbach haben einen Friedenstag veranstaltet und gemeinsam neun Segmente für mehr Bewegungsfreiheit geräumt. Ein Hochzeitspaar bat Freunde und Bekannte zur Trauung um ein Minensegment. Das sind nur einige Beispiele, die zeigen, wie Sie sich an der Aktion beteiligen können: mit Freunden, mit Arbeitskollegen, im Sportverein und, und, und. Wenn Sie Fragen zur Aktion haben, rufen Sie bei medico an unter 069 - 94 43 80.
medico international setzt sich seit über 30 Jahren für das Menschenrecht auf Gesundheit ein. Gemeinsam mit ihren Partnern in Afrika, Asien und Lateinamerika bemüht sich die Hilfsorganisation um Lebensverhältnisse, die ein Höchstmaß an Gesundheit ermöglichen. Die Projekte von medico international gehen deshalb weit über die medizinische Versorgung hinaus. Sie beschäftigen sich mit den Ursachen von Armut und Gewalt. Denn Gesundheit bedarf der vollen Achtung aller politischen und sozialen Rechte von Menschen. Nobelpreis für Antiminen-Kampagne. Zu Beginn der 90er Jahre initiierten medico international und ihre US-amerikanische Partnerorganisation Vietnam Veterans of America Foundation (VVAF) die Kampagne zur Ächtung der Landminen. Daraus entstand eine der erfolgreichsten zivilgesellschaftlichen Initiativen weltweit. 1997 wurde der Kampagne zur Ächtung der Landminen der Friedensnobelpreis verliehen. Diese globale Bürgerbewegung hat mit dem „Vertrag von Ottawa“ die weltweite Ächtung der Anti-Personen-Minen durchgesetzt. Erstmals in der Geschichte gelang es, den vereinigten Militärs dieser Welt ein Waffenverbot abzuringen. Ein Erfolg der zur Weiterarbeit verpflichtet. Denn 1. der Vertrag von Ottawa muss von allen Ländern unterzeichnet werden, 2. ein Verbot aller Minen, die Zivilisten verletzen können, muss erreicht werden, 3. die vollständige Minenräumung muss weiter unterstützt und eingefordert werden. Auch vor diesem Hintergrund setzt die Kunst- und Spendenaktion ein wichtiges Signal.